„Politik soll sich nicht einmischen“

Interview. Der 16-jährige Brucker Gymnasiast über Bildungsreformen und seinen Wunsch nach einem Modulsystem.

Er besucht derzeit das Gymnasium in Bruck an der Mur und würde sich – wenn er noch einmal die Wahl hätte – wieder für die AHS entscheiden. In Bezug auf die Forderung einer Gesamtschule der (noch) amtierenden Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) findet er, dass „sich die Politik nicht in das einmischen soll, was das persönliche Leben der Menschen angeht. Sie sollte nur Themen besprechen, die den gesamten Staat betreffen. Hauptschule und Gymnasium sollten weiterhin getrennt verfügbar sein.“ Obwohl er persönlich nicht gerne am Nachmittag in die Schule gehen möchte, findet er jedoch den Ausbau von Ganztagsschulen durchaus sinnvoll.

Claudia Schmied hat ja bereits im September ihren Rücktritt bekannt gegeben. Simon meint, dass die ÖVP die meisten Chancen hat, ihren Nachfolger zu stellen. „Matthias Strolz von den NEOS würde aber sicher mehr weiter bringen, als ein VP-Minister. Da er neu im Parlament ist, würde er sicher frischen Wind in das System bringen.“ Die zentralisierte Diplom- und Reifeprüfung ab dem Schuljahr 2015/16 an allen höheren Schulen Österreichs hält Simon für „absoluten Blödsinn. Eine zentrale Prüfung bringt nicht nur Nachteile für die Schüler, sondern schränkt auch Lehrer in ihrer Unterrichtsarbeit ein“, denkt er.

Statt einem Stundenplan wünscht er sich ein Modulsystem. Man wählt z. B. ab der Oberstufe selbst die Module, die man lernen möchte in Form von Wahlpflichtfächern. Der normale Stundenplan sollte auf die Hauptfächer beschränkt werden.

von Manuel Prutsch

Interview mit Marcel Zacherias BS Landesschulsprecher

Stefan Wagner: Servus
Marcel Zacharias: Sers

Wagner: Gerade bei einer Podiumsdiskussion hast du unserer ehemaligen BMHS Landesschulsprecherin Verena Krenn erklärt, dass du gerne ein intimes Verhältnis mit ihr haben möchtest. Glaubst du tragen deine Bemühungen Früchte?
Zacharias: Ich denke schon nachdem sie gemeint hat, wir sollten das bei der Abendveranstaltung vertiefen. Außerdem hat sie mir gleich ihre Zimmernummer gegeben.

Wagner: Könntest du dir mit Verena eine längere Beziehung und Kinder vorstellen?
Zacharias. Ich denke schon, aber erst einmal muss der heutige Abend gut verlaufen.

Wagner: Hegst du schon länger gewissen Zuneigungen für sie?
Zacharias: Ja, schon seit ich sie das erste Mal sah.

Wagner: Beruht das auf Gegenseitigkeit?
Zacharias: Definitiv!

Wagner: Du bist ja BS Landesschulsprecher, hat dir dein Näheverhältnis zu Verena bei der Wahl geholfen?
Zacharias: Ja, eigentlich schon ich war ja der Liebling.

Wagner: Könnte man sogar davon sprechen, dass du dich hochgeschlafen hast?
Zacharias:Nein, definitiv nicht noch ist ja nicht passiert!

Wagner: Vielen Dank für das Gespräch und Viel Glück für heute am Abend!
Zacharias: Bitte gern und Dankeschön!

„Politiker sollen keine Entscheidungen über Schulsystem treffen“

 Am Wochenende nahm sich Christina Haas Zeit für ein Interview. Sie, ein engagiertes Mitglied der Schülerunion (SU),  Schulsprecherin der Bildungsanstalt der Kindergartenpädagogik (BAKIP) Mureck, sowie eine Frau die weiß, was sie möchte. Wir möchten wissen, welche Ambitionen sie für ihre Zukunft hegt und was sie an ihrer Schule verändern möchte.

Laura S.: Danke, dass du dir Zeit für ein Interview genommen hast. Du bist jetzt schon 2 Jahre lang Schulsprecherin der BAKIP in Mureck. Erfüllt dich diese Aufgaber
Christina Haas: Total! Ich bin sehr froh darüber, dass mir dieses Schuljahr wieder das Vertrauen geschenkt wurde. Das bestärkt mich in meiner Arbeit, die ich dieses Jahr genauso energiegeladen weiterführen möchte wie im letzten Jahr.

Du wurdest in der 2. Klasse in den Schulgemeinschaftsausschuss (SGA) gewählt. Wie war das für dich und inwiefern hat dich das beeinflusst?
Natürlich wäre ich damals schon gerne Schulsprecherin geworden. Zu dieser Zeit war ich jedoch zu schüchtern und habe mich nicht getraut, konkret diesen Wunsch zu äußern. Diese Position hat mir erst recht gezeigt, dass ich Schulsprecherin werden möchte und war sozusagen der erste Schritt in die richtige Richtung.

Du bist auch ein aktives Mitglied in der SU. Was bedeutet sie dir?
Die SU bedeutet mir sehr viel. Ich finde, dass diese Gemeinschaft die teamfähigste ist, die ich kenne.

Möchtest du auch nach der Schule ein Teil der SU bleiben?
Ich werde bei der SU bleiben, solange es mir möglich ist. Das heißt, ich werde nach der Matura noch ungefähr drei Jahre ein aktives Mitglied sein.

Wenn du etwas an unserem Bildungssystem ändern könntest, was wäre das?
Ein großes Anliegen wäre mir, dass Politiker keine Entscheidungen über das Schulsystem treffen dürften. Des Weiteren würde ich mir für uns Schüler wünschen, dass wir mehr Entscheidungen treffen dürfen.

Wenn Politiker keine Entscheidungen über das Schulsystem treffen sollen, wer sollte das dann deiner Meinung nach übernehmen?
Kompetente Leute, die im Schulalltag mitgewirkt haben und wissen wovon sie sprechen bzw. was die Menschen bewegt, die im Schulalltag tätig sind.

Das klingt als würdest du dich für Politik interessieren. Hast du politische Ambitionen, deine Zukunft betreffend?
Mich interessiert die Politik, jedoch möchte ich keine Politikerin werden. Mein Ziel ist es Lehrerin zu werden. Zumindest wünsche ich es mir.

Was möchtest du in diesem Schuljahr in deiner Schule verändern bzw. welche Pläne hast du dir selbst für dieses Schuljahr, auf deine Schule bezogen, gesetzt?
Ich würde mir wünschen, dass sich das Schulklima in unsere Schule verändert und wir eine richtige Gemeinschaft werden. Als ich in die erste Klasse ging tauschte ich mich mit Schülern aus anderen Klassen aus und scheute mich nicht mit ihnen zu quatschen. Doch Jahr für Jahr hat sich das Schulklima verändert. Jetzt bleiben die Klassen lieber unter sich, was ich wirklich schade finde. Des Weiteren schauen wir uns dieses Jahr nach einem neuen Schulfotografen um, da ich letztes Jahr einige Beschwerden erhalten habe. Wichtig ist es mir auch eine Faschingsfeier zu veranstalten und hoffe, dass ich das alles dieses Schuljahr schaffe.

Hast du schon eine ungefähre Ahnung davon, wie du die Gemeinschaft deiner Schule stärken kannst?
Projekttage klassenübergreifend wären eine Möglichkeit, sowie ein Workshop zum Thema Schulgemeinschaft.

Danke für dieses wirklich aufschlussreiche Interview.
Das habe ich wirklich gerne gemacht.

 

lisa

„Nette Bekanntschaften sind ein Muss”

Köstliches Essen, motivierte Jugendliche und Hilfen für eine bessere Selbstvermarktung. Lisa Proissl erlebte drei spannende Tage.

Wie sind Sie zu diesem Seminar (Fit to work) in Bruck/Mur gekommen?
Da ich schon länger in der Schülerunion tätig bin, und ich schon öfter an Seminaren teilgenommen habe, die mir immer sehr gut gefallen haben, bin ich auch dieses Jahr wieder dabei.

Wie war die Anreise?
Ich habe mich mit vier weiteren Mädels aus der Region in den Zug gesetzt. Wir haben es auch ohne weitere Probleme nach Bruck/Mur  geschafft.

Was sagen Sie zur Unterkunft( JUFA) in der Sie in der Zwischenzeit wohnen? Sauberkeit?
Ich finde das Ambiente hier wirklich toll. Da unsere Unterkunft in einer sehr schönen Gegend liegt und alles sehr modern, neu und sauber ist, gibt es keinen Grund sich nicht wohl zu fühlen.

Es kommt ja immer wieder vor, dass Gäste mit dem Essen der Jugendgästehäuser nicht sehr zufrieden sind. Wie ist das bei Ihnen hier im JUFA?
Ich hatte auch schon sehr schlechte Erfahrungen mit Großküchen. Aber ich muss wirklich sagen, hier gibt es zu jeder Tageszeit ein reichhaltiges Buffet mit verschiedenen Vor-, Haupt-, Nachspeisen bei denen für jeden etwas dabei ist.

Dieses dreitägige Seminar bitte vier verschiedene Gruppen. Für welche haben Sie sich entschieden?
Ich habe mich für Selfmarketing entschieden und ich bereue es keine Sekunde. Wir sind eine super Gruppe und haben sehr viel Spaß.

Was kann ich mir darunter vorstellen?
Das ganze Seminar wird in Englisch gehalten. Wir spielten Spiele, übten uns besser zu präsentieren und lernten rhetorische Feinheiten.

Nun zur letzten Frage: Wie sieht es mit neuen Freundschaften aus?
Ja, da jeder sehr offen ist, findet man sofort gemeinsame Gesprächsthemen und lernt auf Anhieb nette Bekanntschaften kennen.

Danke für das spontane und nette Interview

von Patricia Edlinger

Zechner_Nöhrer

Wer steckt dahinter?

Seit diesem Jahr ist David Zechner der steirische Landesschulsprecher im BHMS-Bereich. Der 19-jähriger Obersteirer besucht die HAK Judenburg und erzählt ein bisschen von sich und seinem Leben.

Nöhrer: Zuerst möcht ich dir recht herzlich zu deinem Erfolg bei den letzten LSV-Wahlen gratulieren. Schön dass du heute da bist!
Zechner: Dankeschön.

Nöhrer: Jede Geschichte hat einen Anfang und jetzt möchte ich gerne wissen was im vergangenen Jahr deine Motivation war, warum du als Schulsprecher kandidiert hast? Zechner: Manche Leute in Österreich besitzen die Mentalität nichts verändern zu wollen und ich kann mich mit dieser Aussage beim besten Willen nicht anfreunden. Deswegen hab ich auch als Schulsprecher kandidiert um neuen Schwung in die Schule zu bringen.

Nöhrer: Du bist mit Sicherheit ein politisch interessierter Schüler und forderst auch das politische Bildung ein eigenes Unterrichtsfach werden soll. Wie stehst du denn zur politischen Bildung?
Zechner: Für mich persönlich ist politische Bildung sehr wichtig und bin zugleich sehr schockiert über das (Un)Wissen mancher Jugendlichen in diesem Bereich. Immerhin können sie mit 16 Jahren schon wählen gehen. Vergleichen wir es einmal mit dem Führerschein: Wer in Österreich ein Auto lenken will, muss zuerst den theoretischen und praktischen Test bestehen. Was ich damit sagen will ist, dass sich jeder in der Politiklandschaft Österreichs auskennen soll, denn immerhin bestimmen wir Wähler die Regierung.

Nöhrer: Jetzt bist du für das Schuljahr 2013/14 Landesschulsprecher von mehr als 130.000 steirischen Schülerinnen und Schüler. Was willst du konkret verwirklichen?
Zechner: Ich bin Gott sei Dank nicht alleine da, sondern habe ein starkes Team in der LSV, das immer hinter mir steht. Wir haben in diesem Jahr viel vor. Ein Softskill-Seminar, ein Politikplanspiel, Podiumsdiskussionen und viele weitere Events stehen dieses Jahr noch am Plan. Ich lade alle steirischen Schülerinnen und Schüler recht herzlich zu unseren Veranstaltungen ein. Ich finde wir sollten alle an einem Strang ziehen, immerhin setzen wir uns ja alle für das Wohlergehen der Schülerinnen und Schüler ein. Hier haben wir alle die Möglichkeit uns zu vernetzen und voneinander zu lernen.

Nöhrer: Das klingt äußerst vernünftig. Man kann diese Vorhaben nur unterstützen. Du hast sicher einen stressigen Alltag mit wichtigen Terminen beim Landesschulrat oder in Wien und in die Schule solltest du auch noch gehen. Das schlaucht doch sicher. Wie regenerierst du dich da?
Zechner: Im Sommer lieb ich es einfach auf meinem Motorrad die wunderschöne Obersteiermark zu erkunden und befreie dadurch meinen Kopf. Hingegen bevorzuge ich im Winter alle Arten von Wintersport wie Schi- oder Snowboardfahren. Eine wichtige Stütze sind auch meine Familie und Freunde, weil sie immer für mich da sind.

Nöhrer: So eine kleine Frage am Rande… Wie viele Stunden schläfst du eigentlich im Durchschnit?
Zechner: Jetzt mit dem ganzen Stress mit Schule und Maturaball an die 5 Stunden.

Nöhrer: Danke für das Interview. Ich wünsch dir alles Gute und wir sehen uns sicher bald wieder.
Zechner: Vielen Dank für deine Zeit!

von Philipp Nöhrer

„Niemand wusste, was passieren würde”

Wo vor drei Jahren noch Kinder auf dem grünen Gras im Park spielten ist heute nur noch Erde und Staub. Häuser und Geschäfte sind verlassen, nur ein Dutzend Menschen leben noch in der radioaktiv verseuchten Gegend.

Wir flogen nach Fukushami und besuchten den einzigen deutsch sprechenden Arbeiter, der in permanenter Lebensgefahr an den Aufräumarbeiten im Atomkraftwerk beteiligt ist. Wir treffen Johann vor einem der sechs Kernreaktoren. Er trägt – wie wir – einen Strahlenschutzanzug sowie eine Gasmaske, Helm und Handschuhe. Wie konnte es überhaupt zu diesem verheerenden Unglück kommen? Er sieht den Betreiber des Kraftwerkes, das japanische Energieunternehmen TAPCO, alleinig für die Reihe an Unfällen verantwortlich. Die Reaktoren seien viel zu lange nicht mehr gewartet geworden und überhaupt nicht auf die Naturkatastrophen vorbereitet gewesen.

Er erinnert sich noch gut an die Vorfälle im Frühjahr 2011: „Die nationale Unwetterwarnzentrale hat vor einem Erdbeben der Stärke 6 am 18. April gewarnt. Nachdem bereits 2009 ein Erdbeben der Stärke 4 für geringe Schäden in den Reaktoren gesorgt hat, wusste man, dass die Reaktoren ein Beben der Stärke 6 nicht mehr aushalten. Jedoch kam ein Abschalten des Kraftwerks für TAPCO nicht in Frage – hätte man doch massiv an Umsatz einbüßen müssen.“

An besagtem 18. April hatte Johann Dienst. „Die Stimmung war angespannt – niemand wusste was passieren würde. Es war ein warmer Frühlingstag. Kurz nach 14 Uhr begann die Erde zu beben. Die Bevölkerung war nicht besonders aufgeregt, in der Region kommt es ja öfters zu Beben. In den ersten Minuten passierte nichts, aber dann löste der Alarm im Kontrollraum aus. Die Kühlsysteme der Reaktoren 1 und 3 wurden durch die Erschütterungen stark beschädigt. Sollten die Systeme nicht schnell repariert werden, kommt es zu einer Kernschmelze. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte die Bevölkerung informiert werden müssen, um eine ruhige Evakuation durchführen zu können. Die Kraftwerksleitung wartete jedoch ab um niemanden unnötig zu beunruhigen. Erst zwei Stunden später, als es zu einer Explosion in Reaktor 1 kam, brach Panik in der Umgebung aus. Die Anwohner flüchteten Großteils mit dem PKW. Viele Haustiere wurden zurückgelassen, sogar Kinder suchten verzweifelt ihre Eltern.“

von Manuel Prutsch

Weihnachtskonzert in Graz

Es ist der Samstag vor Weihnachten. Menschen aus den verschiedensten Kreisen tummeln sich zusammen am Grazer Hauptplatz. Sie stehen redend und lachend im sanften Schein der vielen Stände die überall am Platz kreuz und quer verteilt sind. Die Luft ist kalt, nach jedem Atemzug entstehen kleine Atemwolken. Die Luft riecht leicht zimtig – nach Glühwein und Punsch. Kinder laufen mit Zuckerwatte, Waffeln oder Lebkuchen durch die Menschenmenge um schließlich an den vorderen Rand einer Bühne zu gelangen. Ihre Backen sind von der Kälte rot wie die kandierten Äpfel die es an einigen Ständen zu kaufen gibt. Doch ihre Augen blicken hinauf zu der großen Bühne, auf dem eine eingeschneite Waldlichtung im Mondschein nachgestellt ist.

„Wir freuen uns das ganze Jahr auf das Weihnachtskonzert! Erst dann sind wir in richtiger Stimmung für das große Fest.“ sagte eine junge blonde Familienmutter die gemeinsam mit ihren zwei kleinen Söhnen auf dem überfüllten Platz ist. Jedes Jahr an dem Wochenende vor Weihnachten findet hier am Grazer Hauptplatz ein Konzert statt, auf dem ein Orchester und Sänger versuchen, durch Weihnachtslieder und Weihnachtstheater die Stadt in Weihnachtsstimmung zu bekommen.

Immer mehr der Leute die zuvor an den Ständen gestanden sind, gehen zu der Bühne. Die Mutter nimmt den kleineren ihrer Söhne so hoch, dass er einen guten Blick auf die Bühne hat. Der andere drängt sich begeistert durch die Menge um ganz nach vorne zu gelangen, wo schon alle Kinder ihre Köpfe nach oben recken um auch ja nichts vom Schauspiel zu verpassen. Die Menschenmenge redet geschwätzig durcheinander, bis die Scheinwerfer die den Platz ebenfalls mit einem leichten Schein versehren, langsam ausdämpfen. Sofort unterbrechen alle das eben noch geführte Gespräch und blicken gespannt auf die verzierte Bühne.

„Siehst du auch genug?“ fragte die Mutter der zwei Kinder ihren Sohn als sie ihm eine kleine hellblaue Haube über den strohblonden Kopf zieht. Der Junge reckt seinen Kopf nach oben und nickt aufgeregt. Für die Kinder geht jedes Jahr zu Beginn des Spektakels ein Weihnachtsmann, begleitet von einer jungen Dame in einem strahlend wirkendem weißem Christkindkostüm, vors Publikum und verteilt kleine Schokoladen Präsente und Lebkuchen an sie.

Hinter einem der aufgebauten Bäume tritt nun der verkleidete Mann mit seiner Gefährtin auf. Sofort beginnt das Publikum zu applaudieren, vor allem die Kinder die in der ersten Reihe ihre Hände in die Höhe strecken. Im Hintergrund spielt leise ein fröhliches Weihnachtslied und die beiden Weihnachtsboten werfen ihre Geschenke in die ersten Reihen wo sie freudig gefangen werden. Mittlerweile redet niemand mehr.

Die Süßigkeiten werden durch eine Spendensammlung die vom Grazer Rathaus jedes Jahr im November durchgeführt wird gekauft. Die Dekoration wird jährlich vom Grazer Opernhaus bereit gestellt.

Als die zwei Vorweihnachtsboten die Bühne lächelnd und winkend verlassen, fängt langsam an leise und ruhige Musik zu spielen an und das Stück fängt beginnt.

Das Stück zeigt die Geschichte von der Geburt Christi und wird als Tradition, jedes Jahr gleich abgehalten. Dies ist das zehnte Jahr in Folge. Dabei wird das Jesuskind von einer kleinen Puppe dargestellt.

Das Stück beginnt mit dem Erscheinen des Engels Gabriel vor Maria und endet mit den Worten „siehe da, der Messias ist da“ die von allen Schauspielern gemeinsam gesprochen werden. Danach folgen die üblichsten Weihnachtslieder, bei dem das gesamte Publikum leicht mit der Musik wippend mitsingt.

„Danke für das zahlreiche Kommen“ spricht am Ende des Weihnachtskonzertes der Bürgermeister von Graz. „Ich wünsche jedem einzelnen von Ihnen ein wunderschönes gesegnetes Weihnachtsfest und ein schönes neues Jahr.“

Die Eltern die mit ihren Kindern hier sind gehen bald nach Hause, einige Andere gehen wieder zurück zu den Glühweinständen, doch eins merkt man sofort: Über alle Zuschauer hat sich eine ruhige und zufriedene Stimmung der Vorfreude auf Weihnachten gelegt. So kann das Weihnachtsfest beginnen.

von Marina Borics

Nervosität und Unsicherheit

Neue Situationen fordern Menschen. Manche mehr, manche weniger. In diesem Fall ist die 16-jährige Anni mit einer ganz neuen Situation konfrontiert.

Verlassen von der eigenen Mutter, mit knurrenden Magen und vor Kälte zitterten Beinen stand sie allein am Bahnhof. Es warteten nicht viele Menschen mit ihr, es ist ja nur ein kleiner Bahnhof. Der volle Zug, in dem Anni nur schwer einen Sitzplatz fand, war einer der neuen Railjets. Jeden Tag transportieren sie tausende von Menschen quer durch Österreich. Heute war Anni eine von ihnen. Allein. Mit der Hoffnung, dass er Zugschaffner sie nicht um den Fahrschein fragt, untersuchte Anni alle zwei Minuten ihre Uhr. Alleine war sie noch nie mit dem Zug unterwegs, glaubte sie zumindest. Anni versuchte zu entspannen: „ Es ist nur ein Zug und neben dir befinden sich nur nette Menschen.“ Als sie sich langsam beruhigte, erblickte sie den elegant angezogenen Schaffner. Anni wurde heiß und kalt zugleich, in ihrem Kopf wirbelten 100 Gedanken. Sie wurde angespannt und ihre Finger fingen an zu zittern. Ungewohnte Situationen machten sie immer nervös. Der Mann kam näher und Anni hoffte, er würde sie übersehen und nicht ansprechen. Ihr starkes Hungergefühl verflog, obwohl sie 10 Minuten davor noch fast vor Hunger starb. Anni ist Leistungsturnerin. Sie trainiert viel, um eine Chance auf Bundesebene zu haben. Sie liebt es sehr und opfert daher viel Zeit für das Training, welche sie eigentlich mit ihren Freundinnen verbringen wollte. Dieses Mal musste sie eine Vorstellungsrunde und einen Seminarblock der Schülerunion Steiermark draufgehen lassen. Anni ist 2. Schulsprecherstellvertreterin und sehr stolz darauf. Wenn sie von Termin zu Termin saust, hat sie oft keine Zeit etwas  zu essen und das war nun heute wieder der Fall. Der Schaffner kam näher und Anni wurde immer nervöser. Er übersah sie nicht: „ Fahrkartenkontrolle!“ Annis Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie zog rasch und mit zittrigen Händen die Karte aus ihrem schwarzen Rucksack. Der elegant angezogene Mann nahm die Karte und studierte sie gründlich. Er nickte nur ging ernst weiter: „ Fahrkartenkontrolle!“ Anni war immer noch völlig aufgebracht obwohl es nur eine harmlose Kartenkontrolle war. Sie beruhigte sich und atmete auf.

von Patricia

FTW WTF?

Jetzt ist es wieder so weit. Nervosität und Spannung liegt in der Luft. Viele neue Gesichter starren gespannt auf das Beamerbild und können es nicht mehr erwarten, bis es endlich losgeht. Voller Seminarraum. „Herzlich Willkommen zum Fit-to-Work Seminar“ schimmert leicht auf der ersten Folie und dann geht es auch schon los. Barbara, auch bekannt als „Babsi“, tritt als Hauptorganisatorin vor die Menge und Begrüßt alle auf das Herzlichste.

Alle neuen Schülervertreterinnen und Schülervertreter der Steiermark sind gewählt und können nicht mehr warten bis sie ihre neue Mission antreten: Die Schule zu verbessern! Damit sie bestens darauf vorbereitet sind veranstaltet die steirische Schülerunion jährlich ein Startseminar. Über 50 Schülerinnen und Schüler von der gesamten Steiermark und allen Schultypen haben sich im JUFA Bruck eingefunden. Eines der spannendsten und erlebnisreichsten Wochenenden wartet auf die Teilnehmer.

In den vier verschiedenen Seminargruppen wie Rhetorik, Projektmanagement, Innovationsmanagement und Zeitung können die Teilnehmer sich individuell weiterbilden. Dadurch, dass jeder seinen Kurs aussuchen können wird sichergestellt, dass sie optimal für ihre Mission vorbereitet werden. Der Unterricht ist komplett unterschiedlich zu dem, den wir normalerweise während der Schulzeit genießen dürfen. Professionell ausgebildete Trainer vermitteln den Teilnehmer durch einen kompetenten und praxisnahen Unterricht alles Wissenswertes und es wird individuell auf die Bedürfnisse eines jeden eingegangen.

Natürlich kommt der Spaß auch nicht zu kurz: mit Energizer, kleine Aufmerksamkeiten vom Organisationteam und der Party am Abend wird für Stimmung gesorgt. Individuelle Fortbildung, steiermarkweite Vernetzung und Spaß sind die Kernpunkte des FTW-Seminars und ich würd mir wünschen, wenn diese Ansätze auch ins Schulsystem übernommen.

von Philipp Nöhrer

Und plötzlich schaust du in den Lauf einer Pistole.

Der Herzschlag wird schneller. Pure Dunkelheit, jemand hat die Augen verbunden. Die Arme sind nicht mehr zu spüren, der Druck der Seile war zu lange, zu fest. Man hört im Takt die Lederstiefel den metallenen Boden berühren. Ein Mann murmelt etwas auf einer nicht genau identifizierbaren Sprache, es könnte russisch sein. Ohne ersichtlichen Grund hören sie auf sich zu bewegen. Das Gesicht trifft den kalten Boden, eine Hand packt den Nacken fest. Voller Panik kommen nur leise Gurgelgeräusche aus der Kehle, mehr nicht. Auf einmal wird alles gleißend hell, zu hell um etwas zu erkennen und das letzte, dass zu erkennen ist: Ein Lauf einer Pistole.

Auch wenn man so eine Situation nur schwer nachempfinden kann, so muss es sich angefühlt haben. Die letzten Momente vor der Ermordung der zweifachen Mutter Maria Schulz. Warum sie sterben musste? Sie hat ausgesagt,  gegen zwei Männer, die einen Jungen brutal zusammengeschlagen, ausgeraubt und schlussendlich getötet haben. Wie sich herausstellte, waren die beiden Mitglieder der Mafia in Österreich. Da man Angst um Maria hatte, bekam sie drei Wochen Polizeischutz. Vorgestern war das letzte Mal ein Polizeiauto vor ihrer Tür. Maria meinte, sie würde schon zurechtkommen. Ihr Mann würde sich beschützen können, sie und ihre zwei Töchter.

Die Leiche von Maria fand man in einer Lagerhalle an der Donau in Wien. Die Polizei versucht mit allen möglichen Mitteln den  oder die Täter zu finden. Die Mutter und Ehefrau war am späten Nachmittag einkaufen, kam aber nie daheim an. Den Überwachungskameras des Supermarktes nach verließ sie den Laden um 17:57, um 19:23 rief ihr Ehemann Peter Schulz bei der Polizei an um zu melden, dass seine Frau verschwunden sei. Sofort fuhren fünf Streifenwagen Richtung Supermarkt, den Marias Mann genannt hatte. Die nähere Umgebung wurde in kürzester Zeit durchforstet, ohne Erfolg. Erst heute Mittag konnte die Polizei Maria finden, nachdem einige Einwohner gemeldet hatten, dass drei schwarze Audis durch die Straßen fuhren und der Schrei einer Frau zu hören war.

Die Polizei will sich zu den Fortschritten in diesem Fall noch nicht weiter äußern. Anonymen Quellen zu Folge gibt es so gut wie keine Anhaltspunkte, bis auf den Fakt dass Maria gegen zwei Gefolgsmänner der Mafia ausgesagt hat. Im Moment hofft man angeblich auf irgendwelche Meldungen aus der Bevölkerung.

Die Mafia in Österreich hat schon einige Opfer auf dem Gewissen. Sie verkauft Waffen und Drogen, verdient Geld mit Prostitution und verlangt Schutzgeld. Falls Leute nicht mehr zahlen können endet das oft schmerzhaft. Betroffene können meist nichts dagegen machen, da die Mafia direkt bei ihren Opfern angesiedelt ist und weiß, wo sich Familie und Freunde aufhalten. Selbst die Polizei kann nichts machen, da sie erst von den Geschäften der Mafia erfährt, wenn es zu spät ist.

Maria Schulz Geschichte ist kein Einzelfall, aber darf auf keinen Fall vergessen werden. Die Schuldigen müssen vor Gericht kommen und bestraft werden. Wenn zwei kleine Mädchen ohne Mutter aufwachsen, Eltern den Tod ihrer Tochter miterleben müssen, ein Mann ohne seine Frau weiterleben muss, nur wegen einer Aussage gegen zwei Mörder, ist von Tragik nicht zu überbieten. So etwas animiert zum Nachdenken, zum Denken über Gerechtigkeit, Familie und die Welt.

Jan Van Eisinger